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The Sun
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The Sun ist eine täglich erscheinende britische Boulevardzeitung. Ăhnlich wie die Bild in Deutschland oder der Blick in der Schweiz zählt sie zu den einflussreichsten Blättern und ist eine der auflagenstärksten Zeitungen des Landes. Wie fĂźr eine Boulevardzeitung Ăźblich, bestehen die Artikel zumeist aus prägnanten und durch Wortspiele geprägten Schlagzeilen, plakativen Fotos und Fotomontagen und reiĂerisch formulierten Texten, wofĂźr die Sun teils heftig kritisiert wurde. Das Blatt ist fĂźr seine rechtskonservative, antieuropäische und zeitweise antideutsche Linie bekannt.cite-ref-3[3]
Herausgeber der Zeitung sind die News Group Newspapers der News International, ein Tochterunternehmen der News Corporation des Medienunternehmers Rupert Murdoch. Die Zeitung erscheint im kompakten Tabloid-Zeitungsformat (30 cm à 36,5 cm). The Sun erwirtschaftet schätzungsweise 100 Millionen Pfund jährlich. 2021 wurde der Bilanzwert mit Null angegeben.cite-ref-4[4]
Seit dem 26. Februar 2012 erscheint auĂerdem wĂśchentlich eine Sonntagsausgabe.cite-ref-5[5]
Contents
⢠Geschichte
⢠Chefredakteure
⢠Literatur
⢠Einzelnachweise
⢠Weblinks
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Geschichte
1911 wurde der âDaily Heraldâ als Gewerkschaftsblatt der Londoner Drucker verĂśffentlicht, ein Jahr später als sozialistische Tageszeitung vertrieben und 1922 vom Gewerkschaftsverband TUC (Trades Union Congress) Ăźbernommen. 1933 war der Daily Herald mit einer Auflage von 2 Millionen Exemplaren die am häufigsten verkaufte Tageszeitung der Welt. Nachdem die Auflage jedoch in der Nachkriegszeit zurĂźckging, Ăźbernahm 1964 die Mirror Group of Newspapers den herausgebenden Verlag Odhams Press von TUC. Nach der Ăbernahme von Odham Press, George Newes und Amalgamated Press (später Fleetway Publications) änderte die Mirror Group of newspapers ihren Namen in International Publishing Corporation (IPC).
1964 wurde The Sun von IPC als Ersatz fĂźr den Daily Herald auf den Markt gebracht. Die Sun sollte nach Meinung von Marktforschern als Zeitung fĂźr die Arbeiterklasse, die kulturinteressiert und aufstrebend sei, eine neue Leserschaft bedienen. Das Motto der Zeitung lautete: âA paper born of the age we live inâ (englisch fĂźr âgeboren in dem Zeitalter, in dem wir lebenâ). Diese Leserschaft existierte jedoch nicht und die Auflage halbierte sich innerhalb von fĂźnf Jahren auf 850.000. Die neuen Besitzverhältnisse brachten keine Verbesserung der Auflage, auch da IPC kein Konkurrenzblatt zum erfolgreichen hauseigenen Daily Mirror auf den Markt bringen wollte, so dass die Zeitung 1969 fĂźr 800.000 Pfund Sterling an Rupert Murdoch weiterverkauft wurde. Murdoch änderte das Zeitungsformat (Tabloid) und fĂźhrte die Zeitung erneut ein, diesmal als freches, kompromissloses Boulevardblatt (Sex, Sport, Sensationen). Als eigentliche Geburtsstunde der Sun in ihrer heutigen Form wird das Jahr 1969 angesehen. Die Zeitung wurde von da an wochentags auf den Druckerpressen der Sonntagszeitung News of the World gedruckt, die Murdoch ein Jahr zuvor erworben hatte.
Die Auflage stieg 1970 innerhalb eines Jahres um 40 % auf 2,1 Millionen Ausgaben, insbesondere seitdem das Foto des Page Three girls zum Jahrestag 1970 kein Glamour-Girl, sondern ein Pin-up-Girl zeigte. Das erste Pin-up-Girl auf der dritten Seite war 1970 die zwanzigjährige Britin Stephanie Marrian, die zu diesem Zeitpunkt noch nach ihrem indischen Vater Stefanie Khan hieĂ. Aufgrund der fehlerhaften Ăbertragung vonseiten eines Redakteurs wurde sie in der Ausgabe âStephanie Rahnâ genannt, was verschiedentlich zu der Annahme gefĂźhrt hat, sie sei Deutsche. Samantha Fox präsentierte sich 1984 sechzehnjährig und ist bis heute das bekannteste âPage Three girlâ. Die âDritte Seiteâ war ursprĂźnglich keine Rubrik der Zeitung. 1978 Ăźbertraf die Auflage der Sun die ihres ehemaligen Schwesterblattes The Daily Mirror bei der International Publishing Corporation (IPC), nicht zuletzt durch eine aggressive Werbekampagne des Schauspielers Christopher Timothy auf der Fernsehstation ITV. Seit 1981 nutzt The Sun Bingo als Vermarktungsinstrument, um die Auflage weiter zu erhĂśhen.
Trotz der Arbeitsverhältnisse in den 1970er-Jahren, den sogenannten Spanish Practices (dt. etwa: sich eingebĂźrgerte laxe und inoffizielle Arbeitsmethoden) der Verlagsgewerkschaften, war die Sun sehr profitabel, was Murdoch ab 1973 ermĂśglichte, in die Vereinigten Staaten zu expandieren. 1986 schloss Murdoch die Betriebsgebäude der Sun und News of the World in der Londoner Bouverie Street (einer SeitenstraĂe der Fleet Street), entlieĂ etwa 5000 streikende Drucker und zog auf ein neues Betriebsgelände im Wapping Komplex, Teil des Londoner Stadtbezirks Tower Hamlets in den Docklands. In den neuen Produktionsstätten wurden die Zeitungen im Offsetdruck statt wie vorher mit Linotypen gedruckt, was fĂźr die groĂe Anzahl von Entlassungen entscheidend war. Die beiden Zeitungen wurden kurze Zeit von einer Rumpfbelegschaft produziert. Der wirtschaftliche Erfolg der zwei Zeitungen ermĂśglichte es Murdoch, die British Sky Broadcasting Satellitenfernsehkanäle in Betrieb zu nehmen und ab 1993 einen Preiskampf (Räuberische Preissetzung) der seit 1981 hauseigenen The Times vor allem mit dem Konkurrenzblatt The Independent zu starten.
Am Wochenende vom 11. bis 12. Februar 2012 wurden fßnf fßhrende Redakteure der Sun wegen des Verdachts der Bestechung von Polizisten und Beamten festgenommen. Unter anderem betroffen sind der Bildredakteur, der Chef-Auslandskorrespondent und der Chefreporter des Blattes. Rupert Murdoch gab eine Garantieerklärung fßr das weitere Bestehen der Zeitung ab.cite-ref-fazwahres-6-0[6]
Politische Position
Die anfangs loyal zur Labour Party stehende ehemalige Gewerkschaftszeitung gehĂśrt mit etwa vier Millionen Lesern täglich zu den einflussreichsten Zeitungen des Landes. In den 1970er Jahren fand die Zeitung die âskilled working classâ (Social grade C2, Facharbeiter und Arbeiter) als neue Zielgruppe und bediente diese mit populistischen und sensationslĂźsternen Artikeln.
Als die Labour-Regierung in den 1970er Jahren politische Schwächen offenbarte und an Popularität verlor, änderte die Zeitung ihre politische Haltung und sympathisierte mit den Konservativen. In den beiden britischen Unterhauswahlen des Jahres 1974 war die Einstellung des Blattes zur Labour Party âskeptischâ (Roy Greenslade in Press Gang, 2003). Larry Lamb, Editorial Director der Sun und News of the Week war Labour zugeneigt, der Chefredakteur Anthony Shrimsley der Conservative Party, Murdoch entschied die Konservativen zu unterstĂźtzen.
Bei den Unterhauswahlen im Jahr 1979 bat die konservative Spitzenkandidatin der Opposition Margaret Thatcher die Sun um UnterstĂźtzung. Nach dem Sieg der Konservativen erhob Thatcher den damaligen Chefredakteur Larry Lamb in den Adelsstand.cite-ref-8[8]
Im Vorfeld der Unterhauswahlen 1992 warnte die Sun vor der Wahl des Labour-Kandidaten Neil Kinnock mit der Schlagzeile "if Kinnocks wins today will the last person to leave Britain please turn off the lights?" ("Wenn Kinnock heute gewinnt, macht der letzte, der GroĂbritannien verlässt, bitte das Licht aus!"). Die Zeitung bildete Neil Kinnocks Kopf in einer leuchtenden GlĂźhbirne ab. Nachdem der konservative Kandidat John Major die Wahl gegen Kinnock gewann, prahlte die Zeitung mit der Schlagzeile "Itâs The Sun wot won it." ("Es war die Sun, die die Wahl gewannâ (wot: eine Slang-Form von what)).cite-ref-9[9]
1997 unterstĂźtzte die Sun Ăźberraschend Tony Blair und New Labour (siehe Labour Party) bei den Wahlen ("The Sun backs Blair!"cite-ref-10[10]). Auch 2001cite-ref-11[11] und 2005cite-ref-12[12] sprach sich die Zeitung pro Blair aus.
In Folge rĂźckte die Sun wieder deutlich in den rechts-konservativen Bereich des politischen Spektrums und bezog eine klar ablehnende Haltung gegenĂźber der EU.
Im Frßhjahr 2016 fßhrte das Reuters Institute for the Study of Journalism an der University of Oxford eine Studie durch, in welcher die Positionierungen der wichtigsten britischen Tageszeitung zum bevorstehenden Brexit-Referendum untersucht wurden. Die Studie gelangte zu dem Ergebnis, dass die Sun hinter der Daily Mail, dem Daily Express und dem Daily Star die meisten "pro-Leave" Artikel verÜffentlicht hatte.cite-ref-13[13] Zudem behauptete das Blatt, KÜnigin Elisabeth II. wßrde den Brexit unterstßtzen, was von Seiten des KÜnigshauses dementiert wurde.cite-ref-14[14] Nachdem die "pro-Leave" Kampagne das Referendum im Juni 2016 knapp gewann, feierte die Zeitung den Erfolg mit der Schlagzeile "See EU later!" ("See you later!" steht im Englischen fßr "bis bald!", wobei das you in diesem Falle durch das phonetisch ähnliche "EU" ersetzt wurde).cite-ref-15[15]
Am 29. März 2017 ßbermittelte die damalige Premierministerin Theresa May das Austrittsgesuch an die EU, woraufhin die Sun die oben genannte Schlagzeilen "See EU later!" und zusätzlich "Dover and Out!" (eine Anspielung auf den Funkspruch "Over and Out!") auf die Kreidefelsen nahe der sßdenglischen Hafenstadt Dover projizierte.cite-ref-16[16]
Auf einem Titelblatt Anfang Juni 2017 rief die Zeitung mit der Schlagzeile "Don't chuck Britain in the Cor-Bin!" (sinngemäà nach Wortspiel: "Werft GroĂbritannien nicht in die Corbyn-MĂźlltonne!") auf, bei der bevorstehenden Wahl nicht die Labour-Partei und deren Vorsitzenden, Jeremy Corbyn, zu wählen. Corbyn wurde dabei unter anderem als "Terroristenfreund" ("terrorists' friend"), "extremistischer Marxist" ("Marxist extremist") und JobzerstĂśrer ("destroyer of jobs") bezeichnet.cite-ref-17[17]
Zusätzlich fiel die Sun in den Jahren seit dem Referendum durch scharfe, teils beleidigende Angriffe gegen die EU sowie bedeutende europäische Politiker und gegen sogenannte Remainer, britische BĂźrger und Politiker, die einen Austritt aus der EU ablehnen, auf. So sprach beispielsweise ein Artikel im September 2018cite-ref-18[18] von "EU dirty rats" ("dreckige EU-Ratten") und von "mobsters" ("Banditen"), wobei der franzĂśsische Präsident Emmanuel Macron und Donald Tusk, Präsident des europäischen Rates, im Stile von Mafia-Paten mit Sturmgewehren in den Händen dargestellt wurden. Ein anderer Artikel bezeichnete Remainer als "rancid" ("ranzig") und insinuierte, diese wĂźrden lĂźgen ("Remainersâ lies").cite-ref-19[19]
Im Juli 2024 verurteilte ein britisches Gericht fĂźnf Klimaschutzaktivisten von Just Stop Oil fĂźr die Planung einer Autobahnblockade zu Haftstrafen von je vier und fĂźnf Jahren, was das âwomĂśglich das bislang hĂśchste [StrafmaĂ] fĂźr gewaltfreie Protestaktionen im Vereinigten KĂśnigreichâ darstellt. Das entsprechende Beweismaterial in Form eines Videokonferenzmitschnitts war zuvor durch Mitarbeiter der Sun an BehĂśrden weitergegeben worden.cite-ref-20[20]
Kritiker des Blattes bemängeln die Tendenz der Zeitung, die konservativen politischen Ansichten Rupert Murdochs zu reflektieren.
Weitere berĂźchtigte Schlagzeilen und Berichte
⢠âGotchaâ (4. Mai 1982)
Die bis heute berĂźhmteste Schlagzeile der Sun lautete âGotchaâ (englisch fĂźr Erwischt), als während des Falklandkrieges 1982 der argentinische Kreuzer General Belgrano versenkt wurde (323 Tote). Der Redakteur Kelvin MacKenzie, der die Schlagzeile drucken lieĂ, änderte sie zwar kurzfristig zu âDID 1,200 ARGIES DROWN?â, dennoch erreichte die Ausgabe einige Leser. Die Schlagzeile wurde von anderen Zeitungen aufgegriffen, um den Blutdurst der Sun zu zeigen.cite-ref-21[21]
⢠âFreddie Starr Ate My Hamsterâ (13. März 1986)
Freddie Starr war ein sehr populärer Komiker in GroĂbritannien. Die Schlagzeile âFreddie Star hat meinen Hamster gegessenâ wurde im Artikel als Behauptung einer jungen Frau relativiert. Der Satz ist heute in GroĂbritannien ein geflĂźgeltes Wort, um etwas Unwahrscheinliches auszudrĂźcken.
⢠âUp Yours, Delorsâ (1. November 1990)
Premierministerin Thatcher hielt 1990 vor dem britischen Unterhaus eine aggressive Rede gegen den ECU und den Versuch der Europäischen Kommission, GroĂbritannien durch die âHintertĂźr in die EWU (Europäische Währungsunion)â zu fĂźhren. In Anlehnung an die Rede wurde dem EG-Kommissionspräsidenten Jacques Delors von der Sun âder Fingerâ gezeigt. Einen Tag nach dem Artikel trat der AuĂenminister GroĂbritanniens, Sir Geoffrey Howe, zurĂźck. Etwa 14 Tage später hielt Howe seine berĂźhmte Rede zur Europapolitik Thatchers, die allgemein als der Anfang des Untergangs der Regierung Thatcher angesehen wird.
⢠âOur Boysâ
Die Unterstßtzung der kämpfenden britischen Armee, bezeichnet als Our Boys (englisch fßr Unsere Jungs), ist unmissverständlich. Die Zeitung unterstßtzte in vollem Umfang den Irak-Krieg.
⢠âThe Truthâ, âSome fans picked pockets of victimsâ; âSome fans urinated on the brave copsâ; âSome fans beat up PC giving kiss of lifeâ (19. April 1989)
Die Sun wurde fĂźr ihre Berichterstattung Ăźber die Hillsborough-Katastrophe (96 Tote, 730 Verletzte) im Sheffielder FuĂballstadion 1989, in der sie Fans des FC Liverpool vorverurteilt hatte (z. B. Taschendiebstahl bei den Opfern, Urinieren auf Polizisten und Leichen) Ăśffentlich kritisiert. Mehrere andere Zeitungen brachten die gleichen VorwĂźrfe, die jedoch auch auf falschen Aussagen eines einzelnen Polizisten beruhten. Im Gegensatz zu den anderen Zeitungen verdiente sich die Sun besondere Schmach fĂźr die ĂźbergroĂe Schlagzeile âThe Truthâ (englisch fĂźr die Wahrheit). Die Zeitung wird deswegen bis heute in Liverpool und Umgebung boykottiert. Erst am 7. Juli 2004, 15 Jahre nach der Katastrophe, druckte die Sun eine von Vielen als eigennĂźtzig bezeichnete ganzseitige âEntschuldigungâ. Die Entschuldigung kam auch zustande, da der fĂźr den Liverpooler Verein FC Everton spielende und gebĂźrtige Liverpooler Wayne Rooney seine Biographie an die Sun verkauft hatte, die Zeitung aber kritisierte. Der Versuch der Sun, mit der Biographie Rooneys in Liverpool Boden gutzumachen, scheiterte, und Rooney wurde schlieĂlich von der Sun als Bordellgänger bloĂgestellt.
⢠âAre we being run by a gay mafia?â (9. November 1989)
Kontrovers wird auch der vermeintliche Heterosexismus des Blattes gesehen. Dieser begann, als in den 1980ern die Greater London Council (Vorgängerin der Greater London Authority) unter der Leitung von Ken Livingstone damit anfing, Homosexuellenorganisationen mit geringen Beträgen finanziell zu unterstĂźtzen. Einige Tage nachdem der Labourabgeordnete Peter Mandelson von Mattew Paris, einem homosexuellen Politiker und Journalisten, in der Fernsehsendung Newsnight im Oktober 1989 als homosexuell geoutet wurde, fragte die Zeitung, ob GroĂbritannien von einer âGay Mafiaâ (englisch fĂźr Schwulen-Mafia) regiert werde. Eine Auflistung von homosexuellen Abgeordneten wurde am nächsten Tag aufgrund der hohen Ăśffentlichen Aufmerksamkeit von der Zeitung revidiert. So waren beispielsweise Chris Smith, Nick Brown und Mandelson in keiner Weise liiert.
⢠âQueen Seeks Damages From Paper Over a Speechâ (3. Februar 1993)
KĂśnigin Elisabeth II. verklagte die englische Boulevardzeitung The Sun auf Schadensersatz fĂźr den verfrĂźhten Druck ihrer Weihnachtsrede. Die britische Krone akzeptierte das Entgegenkommen der Boulevardzeitung auf Zahlung von 284.000 Pfund an HilfsbedĂźrftige und sozial schwache Menschen. Damit einigten sich beide Parteien auf eine auĂergerichtliche Klärung des Streites.
⢠âIs THIS the most dangerous man in EUROPE?â (25. November 1998)
Der ehemalige deutsche Finanzminister Oskar Lafontaine wurde im Zuge einer Kampagne gegen die europäische Einheitswährung als âgefährlichster Mann Europasâ hinterfragt. Im Artikel war zu lesen, Lafontaine sei die grĂśĂte Gefährdung des British way of life seit 1945.
⢠âLe wormâ (20. Februar 2003)
Ausländische Staatsoberhäupter werden oft in ungeschminkter Manier mit AusdrĂźcken betitelt. Jacques Chirac, der Präsident Frankreichs, etwa wurde im Vorfeld des Irakkriegs fĂźr seine ablehnende Haltung gegenĂźber einer Invasion mit dem Begriff âle Wormâ (englisch fĂźr der Wurm) verspottet. In einem Editorial am nächsten Tag hieĂ es weiter: âThe French President is an unscrupulous, conniving, preening, lying, cheating hypocriteâ (englisch fĂźr Der franzĂśsische Präsident ist ein skrupelloser, intriganter, herausgeputzter, lĂźgender und betrĂźgender Heuchler). In Paris wurde eine kostenlose franzĂśsische Spezialausgabe verteilt mit der Schlagzeile âChirac est un verâ (franzĂśsisch fĂźr Chirac ist ein Wurm).
⢠âFrom Hitler Youth to Papa Ratziâ (20. April 2005)
Zur Wahl des 78-jährigen deutschen Kardinals Joseph Ratzinger zum Papst Benedikt XVI. 2005 titelte The Sun âVon der Hitler-Jugend zum Papa Ratziâ. 1945 zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Benedikt XVI. 18 Jahre alt.
⢠âTyrantâs in his Pantsâ (20. Mai 2005)
Die Sun sowie die auch zu Rupert Murdochs News Corp. gehĂśrende New York Post bildete auf der Titelseite ein etwa ein Jahr altes Foto ab, das den seit Dezember 2003 inhaftierten Saddam Hussein nur mit einer weiĂen Unterhose bekleidet zeigt (weitere Fotos im Artikel). Die nach der dritten Genfer Konvention garantierte WĂźrde von Kriegsgefangenen wurde dadurch verletzt. Die Quelle der Fotos sei laut Sun im US-Militär zu suchen, die Fotos seien ein Versuch, Saddam Hussein zu demystifizieren.
⢠âOne down ⌠three to goâ (23. Juli 2005)
Zur ErschieĂung des 27-jährigen Brasilianers Jean Charles de Menezes, den Polizisten irrtĂźmlich fĂźr einen Selbstmordattentäter hielten.
⢠âIâm Big in the Bumdestagâ (Bum, dt. Po) (17. April 2006)
Die amtierende deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde im Osterurlaub auf der italienischen Insel Ischia beim Umkleiden von einem Paparazzo fotografiert. Die Sun druckte ein Foto mit dem entblĂśĂten Gesäà der Kanzlerin. Im Artikel lobte die Zeitung die deutsche Wirtschaft und bestätigte ihr eine âmuch improved bottom lineâ (englisch fĂźr wesentlich verbesserte Gewinne â die unterste Zeile der Gewinn- und Verlustrechnung. "Bottom" bezeichnet auch das Gesäà eines Menschen). Die Sun beschrieb Merkel als âthe cheeky chancellorâ (englisch fĂźr die vorwitzige Kanzlerin, wobei mit "cheeks" auch die Pobacken bezeichnet werden) und âthe Iron Frauâ (englisch fĂźr die eiserne Frau). Die Kanzlerin verzichtete auf eine Anzeige, um dem Artikel nicht noch weitere Aufmerksamkeit zu verschaffen (vergl. Streisand-Effekt).
⢠âSchool Warsâ
Nach dem Amoklauf von Erfurt im April 2002 wurde von der britischen Zeitung The Sun berichtet, der Attentäter Robert Steinhäuser sei durch einen Slipknot-Song namens School Wars zu seinem Amoklauf inspiriert worden. Eine vermeintlich daraus zitierte Textzeile des Songs lautete âShoot your naughty teachers with a pump gunâ (englisch fĂźr Knall deinen frechen Lehrer mit einer Pump Gun ab). Ein solcher Song der Band existiert jedoch nicht.
Chefredakteure
⢠Sidney Jacobsen (1964â1965) (vor dem Namenswechsel des Daily Herald)
⢠Dick Dinsdale (1965â1969)
⢠Larry Lamb (1969â1972) (Lamb war Chefredakteur der 'Sun' und der News of the Week)
⢠Anthony Shrimsley (1972â1975)
⢠Larry Lamb (1975â1980) (Lamb musste sich ein halbes Jahr beurlauben lassen (Sabbatical) bevor er von Murdoch entlassen wurde)
⢠Kelvin MacKenzie (1981â1994)
⢠Stuart Higgins (1994â1998)
⢠David Yelland (1998â2003)
⢠Rebekah Wade (2003â2009)
⢠Dominic Mohan (2009â2013)
⢠David Dinsmore (2013â)
Eine frßhere Chefredakteurin und erste Frau in dieser Stellung war Rebekah Wade. Am 3. November 2005 wurde Wade fßr 8 Stunden wegen KÜrperverletzung an ihrem Ehemann, dem britischen Schauspieler Ross Kemp, verhaftet und ohne Anklage wieder freigelassen. In den vorausgegangenen Wochen hatte die Zeitung eine Kampagne gegen häusliche Gewalt gefßhrt.
Siehe auch
:
Liste von Zeitungen in GroĂbritannien
Literatur
⢠Bruce Page, Elaine Potter: The Murdoch Archipelago. Pocket Books, 2004, ISBN 0-7434-6793-0, Rezension.
⢠P. Chippindale, C. Horrie: Stick it up your Punter! The rise and fall of the Sun. Heinemann, London 1990, ISBN 0-434-12624-1 (englisch).
⢠Die dunkle Seite der Sonne, âThe Sunâ, GroĂbritanniens grĂśĂte Zeitung, ist 40 Jahre alt, aber zum Feiern ist ihr nicht zumute. In: Frankfurter Rundschau, 25. September 2004, Rubrik Medien, S. 18.
Einzelnachweise
cite-note-auflage-11. Zainab Pirzada: Circulation. (pptx, 330 kB) In: newsworks.org.uk. 22. Juli 2019, abgerufen am 16. August 2019 (englisch).
cite-note-22. Zainab Pirzada: Readership. (pptx, 700 kB) In: newsworks.org.uk. 14. Juni 2019, S. 12, abgerufen am 16. August 2019 (englisch).
cite-note-33. â The Sun. Abgerufen am 27. Juni 2021.
cite-note-44. â Murdoch schreibt Skandalzeitung ÂťThe SunÂŤ ab
cite-note-55. â Polly Toynbee: SonnenkĂśnig der Schmutzpresse. In: der Freitag. 26. Februar 2012, abgerufen am 27. Februar 2012.
cite-note-fazwahres-66. â Johannes Leithäuser: Nur Nacktes ist Wahres. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 12. Februar 2012, abgerufen am 13. Februar 2012.
cite-note-77. â Christoph Scheuermann: London: Im Papiergeschäft. In: Der Spiegel 1 (2015). 29. Dezember 2014, S. 56â57, abgerufen am 16. August 2019.
cite-note-99. â It's the Sun what won it! Abgerufen am 17. November 2019.
cite-note-1010. â The Sun backs Blair! Abgerufen am 17. November 2019.
cite-note-1111. â Sun still shines for Blair. 8. März 2001 (bbc.co.uk [abgerufen am 17. November 2019]).
cite-note-1313. â UK newspapers' positions on Brexit | University of Oxford. Abgerufen am 17. November 2019 (englisch).
cite-note-1515. â âSee EU Later!â: So feiern die englischen Boulevard-Blätter den Brexit. Abgerufen am 18. November 2019.
cite-note-1616. â âDover & outâ und âSee EU laterâ: So gehässig feiert die Sun den Brexit an den Klippen von Dover. 29. März 2017, abgerufen am 17. November 2019.
cite-note-1717. â Don't chuck Britain in the Cor-bin - vote Tory unless you want open borders, tax hikes and less security. 7. Juni 2017, abgerufen am 17. November 2019 (britisches Englisch).
cite-note-1818. â The Sun Says we can't wait to free ourselves of the mobsters who run the EU. 20. September 2018, abgerufen am 17. November 2019 (britisches Englisch).
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Weblinks
⢠www.thesun.co.uk, Offizielle Website (englisch)
⢠Facts & Figures, Classic Pages, Newspaper Marketing Agency (englisch)
⢠On This Day, 15. Sept. 1964, The Sun newspaper is born, Forty years of The Sun, BBC (englisch)
⢠Sun apology does âmore harm than goodâ, The Guardian (englisch)
⢠Was it the Sun wot won it again? The influence of newspapers in the 1997 election campaign (PDF; 106 kB, englisch)
⢠Demographics classifications, âC2â, Sozialstatus der Leser (englisch)
⢠News Corporation, A Corporate Profile Corporate Watch (englisch)